Tour de Fixies – 1,000 km non-stop auf dem Fixed Gear

Hier ist eine Idee: viele Leute machen Samstags oder Sonntags gerne eine Radtour und ein paar Biker machen sogar Urlaub auf Rädern und fahren dann ein paar 100 Kilometer durch Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien. Ganz wenige gibt es, die wirklich lange auf dem Rad unterwegs sind und – na… sagen wir mal bis nach Afrika runterfahren. Die Räder, die dann verwendet werden sind entweder Rennräder oder Tourenräder. Vergleichen wir diese beiden Fahrrad-Spezies kurz miteinander: Die Rennradfahrer lieben 3 Dinge an ihren Bikes:

1.) Sie sind leicht;
2.) Sie sind schnell und
3.) Sie haben eine Gangschaltung.

Die Tourenradler gehen ganz anders an die Sache heran und achten vor Allem auf 2 Dinge:

1.) Das Rad muss bequem sein und
2.) Das Rad muss möglichst viel Stauraum bieten – ohne einen Gepäckträger und Fahrradtaschen geht bei den Männern und Frauen nicht viel.

Bringen wir nun die Fixies ins Spiel:

1.) Bequem – yup – check!
2.) Schnell – yeah – check!
3.) Stauraum – nope
4.) Leicht – solider Stahlrahmen, ca. 11 kg – des passt scho! – check!
Gangschaltung – hell no

Was passiert, wenn wir ein City-Bike oder auch Stadtfahrrad nehmen und auf eine lange Tour schicken würden? Wäre es überhaupt machbar als Minimalist auf eine Tour de France oder auf einen Fahrrad-Urlaub zu gehen? Aber nicht irgendeine Tour oder irgendeinen Urlaub – ich rede von einer “Forrest-Gump-Style” Tour a la: “Ich hatte einfach Lust, zu laufen.“ bzw. in unserem Fall: Ich hatte einfach Lust, zu fahren! „Von diesem Moment an bin ich nirgendwohin mehr einfach gegangen. Ich bin nur noch gelaufen.“ (Quote: Forrest Gump). Man setzt sich irgendwann auf sein Fixie und fährt los. Bis ans Ende der Strasse, bis ans Ende der Stadt und dann bis an die Grenze oder bis ans Mittelmeer, Atlantik etc… Was braucht man? Ist es möglich?
Kurze Analyse:
Körperliche Fitness: Körperlich wird es anstrengend werden, aber ich will auch keinen Fixie-Marathon draus machen (nicht aus diesem Projekt). Ich würde pro Tag ca. 100km fahren. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 20km/h sind das nur ein paar Stunden pro Tag. Morgens 2 Stunden und dann evtl. Nachmittags nochmal 3 – 4 Stunden je nach dem, wo man gerade ist und wie lange man dort bleiben will oder wo das nächste Etappenziel ist – was man sich an genau dem Tag vorgenommen hat. Vom sportlichen Level – ohne jetzt besonders trainiert zu sein und ohne, dass ich nun ständig auf meinem Fixie schlafe, mich mit dem Fixie dusche und auf dem Fixie meine Mahlzeiten zu mir nehme, würde ich sagen, dass es machbar ist. Es soll ja kein Stress aufkommen – wenn man einen Tag irgendwo bleiben will und eine Pause braucht oder will, dann bleibt man halt dort.
Körperliche Fitness – check!

Unterkunft und Lebensunterhalt: für die meisten wäre diese Tour der Jahresurlaub. Statt Ballermann wäre man halt ein Jahr auf dem Bike unterwegs. Statt Sonne, Strand und Meer würde man Sonne, Strand, Meer und Fixie kriegen. Es kommt ganz drauf an, wo man diese Tour machen will. Wenn man z.B.: den Jakobsweg entlang fahren will, dann gibt es überall kleine Pensionen, die nicht gerade teuer sind. Auch in Italien oder in Frankreich kann man günstig in Hostels übernachten und man kann überall günstig und gut Essen. Es wird halt kein Urlaub mit einem All-Inclusive Buffet. Es wird ein Abenteuer-Urlaub ohne Robinson-Club. Pro Übernachtung würde ich ein Budget von €40 plannen – bei 20 Tagen sind das €800. Dann würde ich pro Tag noch mal mit einem Budget von €40 für Essen und Trinken rechnen. Macht also weitere €800. Wenn wir unseren Kindern nicht irgendwann erzählen wollen, dass wir auf dem Fixed Gear durch Deutschland gefahren sind, dann lass uns spasseshalber noch eine An- und Abreise von €400 einrechnen. Für €400 kommen wir locker mit dem Zug nach Spanien, Frankreich, Österreich, oder Italien. Wenn wir früh planen, kommen wir mit dem Betrag evtl. auch nach Asien, Amerika oder Afrika. Anyway – wir sind bei ca. €2,000 und schlagen noch einen Sicherheitsaufschlag von 20% drauf – also All-In: €2,400 für 3 Wochen. Nicht ganz billig und vielleicht nicht gerade der Ballermann-Urlaub, aber hey: can win them all! Ne Kreuzfahrt wäre teurer.
Unterkunft und Lebensunterhalt: check

Gepäck: Man wird nicht alles mitnehmen können. Es wird eine Reise für Minimalisten. Ich war 6 Monate in Asien unterwegs und hab einen 20kg Koffer mit mir rumgeschleppt. Total scheisse, aber es kam irgendwie alles anders als zunächst geplant. Irgendwie wurde es alles erst sehr viel später zu einem “Backpacking” Trip. Aus diesem Fehler habe ich jedoch gelernt. Ich werde nie wieder mit so viel Gepäck eine solche Tour machen. Auf dieser Fixie Tour würde ich versuchen so wenig wie möglich packen: Flip Flops, 1 lange Hose – 2 Shorts, 5-7 T-Shirts, Zahnbürste, Seife, Handtuch, Sonnenbrille, Walkman und meine Lieblings Kassette 😉 und noch nen paar Boxer-Shorts, ne Kamera und vielleicht noch 2 – 3 weitere Sachen. Das sollte alles in einen relativ kleinen Rucksack passen und mehr brauch man nicht. Vielleicht noch Salbe für den Arsch, falls der Sattel irgendwann zu unbequem wird.
Gepäck: Check

Fixie: das ist evtl. die alles entscheidende Frage: Kann man eine solche Tour auf einem Fixie durchstehen? Nur ein Gang! Man kann nie aufhören zu treten! Das ganz evtl. auch noch ohne Bremsen! Berg auf und Berg ab!
Fixie: Well – there is only one way to find out! Ich hätte voll Bock sowas zu probieren. Ich glaube, dass ich mich langsam rantasten werde. Eine kleine Tour von Bremen nach Hamburg – ca. 100km an einem Tag, sollte ein erster Indikator sein, ob es machbar. 4 – 6 Stunden radeln. Keine Berge und noch keine Gepäck, aber das kommt dann in die 2. Versuchsphase.

Ich werde bloggen und berichten, was diese Idee angeht. Würde mich freuen, von Euch zu hören: Habt ihr sowas schon mal gemacht? hättet ihr Bock mitzumachen? Wo würde Eure Tour lang gehen?

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