Der Verfall von Währungen – welche Alternativen gibt es wenn Euro, Dollar & Co einbrechen?

 

Wer in der letzten Zeit mal in Wirtschaftsblätter – oder eigentlich auch in irgendeine andere Zeitung geschaut hat, wird die Nachrichten von Griechenland, Irland, Spanien und Portugal nicht übersehen haben. Der Rettungschirm für den Euro wird einer der größten Fonds, die je aufgelegt wurden. In wie weit dieser Rettungsfonds den Euro tatsächlich retten kann bleibt fraglich, aufgrund von zahlreichen strukturellen und politischen Problemen. Wenn nicht alle Staaten gemeinsam mithelfen den Euro zu retten, wird die Rettung nahezu unmöglich sein.
Unabhängig davon beobachten wir gerade eine weitere historische Entwicklung. Der US Dollar wird nach und nach als Weltwährung abgelöst. China zieht immer mehr Devisenreserven aus den USA ab und diese sind hoch verschuldet und werden eine stark steigende Inflationsrate in den nächsten Jahren aufweisen. Wie die US Notenbank FED auf dieses Szenario reagiert ist ungewissen. Die USA haben die Alternative weiterhin eine Niedrig-Zinspolitik zu verfolgen und somit eine hohe Inflation durch zusätzliches Geld im Markt anzukurbeln (diese würde zwar helfen, den Schuldenberg abzubauen in dem die Schulden durch eine erhöhte Inflation weniger werden. Allerdings hätte das auch einen Verfall der Dollar Währung zur Folge); oder die USA heben die Zinsen an und verhindern damit eine stark ansteigende Inflation, was wiederum negative Auswirkungen auf Volkswirtschaft und das Bruttosozialprodukt hat.

 

 

Die Frage, die sich uns stellt, ist: Welche Auswirkungen das für uns haben wird, als Exportweltmeister – bzw. als Nation und für uns als individuelle Personen?

Einige US Bundesstaaten haben bereits Gold wieder als Zahlungsmittel eingeführt, aber alle Goldreserven dieser Erde werden niemals reichen, wenn eine Währung wie der Euro oder der US-Dollar wirklich langfristig einbrechen sollte. Wir könnten uns also noch Stunden über die Folgen und Maßnahmen unterhalten, die unsere derzeitigen Währungen retten würden. Die Meinungen und Lösungsvorschläge liegen soweit auseinander wie die Garderoben von Lady Gaga und der Queen von England. Es ist mit Sicherheit eine interessante und auch wichtige Diskussion, die uns alle als Nation beschäftigen wird. Die Comments unten werden für diese Diskussion offen sein. Aber eigentlich wollen wir ein Zahlungssystem in Erinnerung rufen, mit dem eigentlich alles angefangen hat; mit dem Zahlungssystem kann auch heute noch gezahlt werden und das Zahlungssystem wird auch in der Zukunft unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen immer Verwendung finden. Es ist das Zahlungssystem, dass unabhängig von Inflation oder Deflation verwendet werden kann. Außerdem kann es eines der gerechtesten Zahlungssystem sein und es ist jederzeit global einsetzbar. Die Rede ist vom Tausch.

Tauschgeschäfte waren früher an der Tagesordnung. Die Leute tauschten alles, was sie nicht mehr brauchten oder alles, was sie produzieren konnten, gegen die Sachen, die sie brauchten oder haben wollten. Mit der industriellen Revolution und der Globalisierung wurden diese Tauschgeschäfte immer weiter verdrängt und Geld bzw. Devisen rückten immer mehr in den Mittelpunkt. Momentan erleben wir wahrscheinlich den Höhepunkt. Es geht kaum noch etwas, dass wir nicht in Zahlen ausdrücken können. Alles hat seinen Preis und unser Leben dreht sich darum, möglichst viel zu verdienen oder zu mindestens soviel zu verdienen, dass wir Überleben können. Wir lassen uns dafür für 40 Jahre in Büros einsperren und hoffen, dass wir mit 65 oder wahrscheinlich mit 70 Jahren noch was von unserem wohlverdienten Ruhestand haben. Erst dann, so sagt uns das System, haben wir genug verdient und genügend Leistung erbracht um eine längere Pause zu machen. Ob das die richtige Alternative ist, haben wir bereits hier diskutiert. Allerdings ist es auch klar, dass wir kaum einen Ausweg aus diesem System haben. Wenn wir nicht Geld verdienen, werden wir sehr schnell um unsere Existenz bangen müssen. Nicht arbeiten scheint für uns ein Tabu-Thema zu sein. Unser Freundes- und Familienkreis erwartet von uns, dass wir Arbeiten und Geld verdienen. Warum? Weil wir Arbeit brauchen. Seit je her hat der Mensch gearbeitet um zu Überleben. Es gehört in unser Leben wie das Essen, Trinken und Schlafen. Wir brauchen irgendeine Art von Beschäftigung. Aber genau da liegt der Unterschied. Wie definieren wir Arbeit? Wie der Staat Arbeiten definiert ist klar – man erbringt eine Leistung an seinem Arbeitsplatz und X% von dieser erbrachten Leistung geht in Form von Steuern und anderen Abgaben an den Staat zurück. Der wiederum – so sollte es jedenfalls sein – sorgt dafür, dass wir auch dann versorgt sind, wenn wir nicht arbeiten können wegen Krankheit, Alter, Schwangerschaft etc. Dieses soziale System in Deutschland ist oder war sehr gut. Wir hatten ein Stück Verlässlichkeit in unserem Leben. Wir wussten, dass wir nach der Lehre oder nach dem Studium ca. 30 – 40 Jahre zu arbeiten hatten und dafür würden wir später eine Rente bekommen. In der Zwischenzeit versorgt der Staat uns mit Medikamenten und anderen sozialen Leistungen, die wir brauchen.

Ist das heute auch noch so? Hat der 30 jährige Berufseinsteiger wirklich noch diese Erwartung, dass alles gut werden wird und das später noch genügend Geld vorhanden sein wird, wenn er oder sie in 35 – 40 Jahren in die Rente geht? Wir haben bereits festgestellt, dass die Währungen (Euro und USD) sich gerade in einer Zerreißprobe befinden. Die Zukunft ist ungewiss – zumindest von unserer europäischen Gemeinschaftswährung und der weltweit führenden Währung, dem US Dollar, in der die Großzahl unserer Export- und Importgeschäfte abgewickelt werden. Während man hier in Europa noch sagen kann, dass Währungen kommen und gehen (Reichsmark, Deutsche Mark und Euro binnen 100 Jahren), werden sich die Amerikaner schon sehr wundern, wenn der US Dollar auf einmal nichts mehr wert ist. Ohne das Ende von Währungen hervorrufen zu wollen, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft bezahlt werden wollen.
Eine ausgezeichnete Lösung ist dafür das gute alte Tauschgeschäft für die Leute, die noch neben ihrem 09-17Uhr Job aktiv sein wollen. Es ist klar, dass wir nicht zu unserem Chef gehen können und dessen S-Klasse gegen unsere Arbeitsleistung eintauschen können. Wer sich in einem normalen Job wohl fühlt und nicht nebenbei versucht eine Selbstständigkeit aufzubauen, der hat immer noch die Möglichkeit ehrenamtlich etwas zu machen. Das ist ein Paradebeispiel für ein Tauschgeschäft im 21. Jahrhundert. Wir erbringen eine Leistung und für diese Leistung werden wir nicht mit Geld bezahlt. Wir erhalten für diese Leistung Zugang zu Informationen, Leuten und Wissen, dass uns später einen Vorteil verschaffen kann, in dem es unser Leben erweitert. Wo diese ehrenamtliche Leitung erbracht wird, spielt fast keine Rolle, aber fast alle erfolgreichen Leute erbringen diese Art von Leistung. Sei es in Vereinen oder in rotarischen Clubs oder anderen ähnlichen Verbänden. Für Entrepeneure führt diese Art von Leistung zu einem entscheidenden Vorteil. Das Netzwerkeln ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Unser Netzwerk wird immer stabiler und größer, je mehr wir daran arbeiten. Tauschgeschäfte in diesem Netzwerk können uns dabei enorm hilfreich sein – genauso wie gute Taten für Andere, die sich erst Jahre später auszahlen können. So ein Netzwerk aufzubauen kostet viel Zeit, aber es ist auch um einiges stärker als das soziale Netzwerk in dem wir gerade Leben. Wie lange die Währungssysteme (Euro, USD, GBP etc.)  noch halten wird ist fraglich, wie viel uns das eigene Netzwerk bringen kann – unbezahlbar. Es wird Währungsreformen, Kriege und Krankheiten überstehen.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass wir ohne Währungen wohl nicht mehr leben können. Wir brauchen irgendeine Art von Zahlungssystem, denn wir sind keine Selbstversorger, die alles alleine produzieren. Die Frage, welches Zahlungssystem wir in der Zukunft verwenden werden, bleibt an dieser Stelle offen. Ob wir den Euro retten können, ob der US Dollar sich fängt, ob der chinesische Yuan zur neuen Weltwirtschaftswährung aufsteigt oder ob wir eine neue Wahrung etablieren werden bleibt abzuwarten. Ohne eine derartige Zahlungsmöglichkeit können wir nicht mehr leben. Alleine mit Tauschgeschäften durchs Leben zu schreiten ist auch nicht der Sinn von diesem Post. Sinn ist viel mehr sich über Alternativen Gedanken zu machen. Wenn uns jemand ein Tauschgeschäft aus unserem Netzwerk vorschlägt, sollten wir das in Erwägung ziehen. Unser Ziel sollte es sein, ein eigenes Netzwerk aufzubauen, dass uns im Notfall auffangen kann. Sich einzig und allein auf das soziale Netzwerk zu verlassen ist ein riskanter Schritt in die Zukunft. Der viel aufregendere und lohnendere Schritt in die Zukunft ist es sich einen festen Freundeskreis und ein eigenes Netzwerk zu schaffen, mit dem man alt werden kann. Dieses Netzwerk sollte uns nicht nur die Augen öffnen, was unsere Person angeht – in dem wir uns weiterentwickeln und lernen. Es sollte uns auch Türen öffnen, so das wir Zugang zu Informationen und Leuten erhalten, die uns Sorgen und Lasten nehmen können. Auf solche Leute werden wir immer angewiesen sein, aber wir werden die besten Leute nur kennenlernen, wenn wir auch bereit sind selber Leistung zu erbringen und diesen Leuten deren Sorgen und Lasten abnehmen können.

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