Ruhestand in 40 Jahren ist kein Ziel, sondern der langsame Tod – die Einführung vom Mini-Ruhestand

Weltweit scheinen wir uns immer mehr damit abzufinden, dass wir nach der Ausbildung oder nach dem Studium anfangen zu arbeiten. In der „guten alten Zeit“ haben wir dann die nächsten 40 Jahre in einem Unternehmen verbracht. Heute habe sich die Zeiten geändert. Wir ändern häufiger den Job und wir haben flexiblere Arbeitszeiten. Egal ob wir selbstständig oder angestellt sind, haben wir heute die Möglichkeit regelmäßig so genannte Mini-Ruhestände einzubauen.

Was ist ein Mini-Ruhestand?


Fangen wir ganz vorne an. Für viele von uns besteht der Ruhestand aus dem Gedanken, dass wir genügend Geld zusammen haben, dass wir unser Haus abbezahlt haben und das wir evtl. noch etwas übrig um viel Reisen zu gehen und noch etwas von der Welt zu sehen. Die zweite Option besteht meistens dadrin, dass wir alles hier aufgeben und uns ein Haus im Süden leisten können. Dort haben wir dann mindestens 300 Tage schönes Wetter, die Enkel kommen vorbei und spielen im Garten etc. Sehr schöne Gedanken – aber hier sind noch ein paar Fakten, die das ganze Bild aufzeigen:

  1.  wir werden immer länger arbeiten müssen bevor wir in den gesetzlichen Ruhestand gehen können
  2. wir müssen uns mit einer sich drastisch ändernden Umwelt abfinden
  3. auch wenn wir es jetzt vielleicht noch nicht wahr haben wollen, wir werden sesshafter werden. Wir haben  einen festen Freundeskreis, Familie, Verantwortungen in Vereinen etc.
  4. wir werden nicht jünger und unsere körperlichen Beschwerden werden nicht weniger.
Soll heissen, dass wir unseren gesetzlichen Ruhestand nicht planen können. Wir wissen weder ob wir genügend Geld haben um unsere jetzigen Ziele in 20 – 30 oder 40 Jahren zu erfüllen und wir wissen auch nicht ob wir dann diese Ziele überhaupt noch haben. Macht das die heutigen Ziele schlecht und unsinnig? Keinesfalls! Wir brauchen diese langfristigen Ziele. Sie treiben uns an und motivieren uns zu Bestleistungen. Das Problem liegt in dem Wort „langfristig“. Wir müssen alle realisieren, dass wir nur im Hier und Jetzt Leben werden. Alles, was wir jetzt nicht erledigen, werden wir mit 90%iger Wahrscheinlichkeit nie machen. Wir müssen aufhören unsere privaten Wünsche und Ziele auf die lange Bank zu schieben. Denn das Ende dieser Bank können wir nicht vorher sehen. Egal welches Ziel wir haben – eine lange Reise durch Thailand, eine Motorrad-Tour durch die USA, ein Buch schreiben in einer Berghütte in Kanada oder in Nepal den Mount Everest zu besteigen. Selbst wenn es die gute alte Kreuzfahrt durch alle Weltmeere ist, würde ich jedem empfehlen diese Unternehmungen noch heute zu planen.
Die meisten Arbeitgeber sind heute durchaus bereit ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub zu geben oder wir sind gerade mal wieder in eine Übergangsphase von dem einem Job in den nächsten. Auch der neue Arbeitgeber wird mit Sicherheit Verständnis zeigen, wenn man den neuen Job erst 3 Monate später anfängt. Sollten die beiden Sachen nicht zutreffen und man hat bereits mehrere Jahre in dem Unternehmen verbracht und dabei sein Privatleben vernachlässigt bzw. zurückgestellt – vielleicht gerade mal ein oder zwei Urlaube in den letzten Jahren gehabt, dann sollte man sich grundsätzlich Mal die Frage stellen, was man eigentlich erreichen will? Karriere um jeden Preis um dann irgendwann festzustellen, dass man sich zwar finanziell alles Leisten kann, aber keine Zeit mehr hat das über Jahre hart erarbeitete Vermögen zu geniessen? Es gibt andere Wege Geld zu verdienen, dabei frei zu sein und den Sachen im Leben nachzugehen, die es wirklich Wert sind. Diese kann jeder für sich selbst definieren – und mit Sicherheit gibt es auch einige unter uns, die das Ziel haben ein Unternehmen zu führen, sich den Weg dorthin hart zu erarbeiten und die vielleicht sogar noch in diesem Corporate-Life voll zufrieden sind – nach aussen. Meistens basieren diese Gedanken allerdings auf der Tatsache, dass wir in diese System gezwungen wurden. Alleine die Frage “Was würdest Du machen, wenn Du jetzt 100 Millionen auf dem Konto hast?” zeigt bereits, dass wir dann arbeiten nicht mehr an der ersten Stellen haben. Wir träumen dann vom Jet-Set, von tollen Parties, oder von Villen in Paradiesen. Die meisten Leute wollen dann nicht mehr CEO werden, denn dann „hat man es ja geschafft!“ Doch was hat man dann geschafft? Man hat finanziell ausgesorgt und wir glauben, dass wir dann nicht mehr unbedingt arbeiten müssen – wir haben unseren Teil zur Erhaltung des Systems beigetragen und wir dürfen nun endlich den verdienten Wohlstand geniessen. Hier bei fällt mir immer wieder die Geschichte von Fische und vom Millionär ein:

Die Geschichte vom Fischer und vom Millionär

„Es begab sich, dass ein sehr reicher Mann Urlaub auf einer wunderschönen Südseeinsel machte. An einem strahlend schönen Tag schlenderte er über die Insel und genoss das Leben. Er hörte die Geräusche der Tiere und des Meeres, das Zirpen der Grillen, das Zwitschern der bunten Vögel und das Rauschen des Meeres. Während er über den sandigen Untergrund des Strandes scheinbar glückselig dahinschwebte und über die Weiten des Meeres blickte, entdeckte er einen Fischer der zufrieden in der Sonne lag und den Tag genoss.
„Hallo Fischer“, begrüßte ihn der Millionär. „Was machst du hier?“
„Ich liege in der Sonne und genieße den Tag. Weißt du, ich habe gestern
so viele Fische gefangen, dass ich heute faul in der Sonne liegen kann“,
antwortete der Fischer.
„Aber“, sagte der Millionär, „ich verstehe nicht! Wenn du heute
ausgefahren wärest, dann könntest du noch viel mehr Fische fangen und
eine Menge Geld verdienen.“
„Und was habe ich davon“, fragte der Fischer.
„Na ja“, meinte der Millionär, „mit dem Geld könnest du dir ein größeres
Boot mit Motor kaufen und noch mehr Fische fangen und noch mehr Geld verdienen!“
„Und was habe ich davon“, fragte der Fischer erneut.
„Mit dem vielen Geld, das du dann verdienst könntest du ein zweites Boot kaufen, dann ein drittes und irgendwann eine ganze Flotte. Du könntest irgendwann eine eigene Fischfabrik aufbauen, und dann bist du reich!!!“
„Ja und was mach ich dann mit dem vielen Geld“, fragte der Fischer.
„Nun, zum Beispiel, könntest du auf einer wunderschönen Insel Urlaub
machen, das Leben genießen und in der Sonne liegen“, antwortete der Millionär.
Woraufhin der Fischer verschmitzt lächelte und meinte: „Ja was glaubst
du denn, was ich gerade tue?!“
Autor ist mir nicht bekannt – kann mit da jemand weiter helfen?

Was ich eigentlich sagen will, ist, dass wir aufhören müssen alles auf die lange Bank zu schieben – wer weiss wie viel Zeit wir noch haben? Die Ziele, die wir heute haben sind längst nicht so lange entfernt und unerreichbar wie wir vielleicht denken. Wir brauchen kein Vermögen auf dem Bankkonto um durch die Welt zu reisen, wir brauchen auch keine Millionen um ein Buch zu schreiben und wir brauchen kein grosses Vermögen in 30 – 40 Jahren. Uns reicht meistens schon das was wir haben um uns einen Mini-Ruhestand zu finanzieren, in dem wir unsere wahren Ziele verfolgen können. So gut wie alle Lebensumstände und alle Jobs lassen es heute zu, dass wir aktiv an unseren Zielen arbeiten können, bzw. diese verfolgen können. Das ausschlaggebende Wort ist dabei „aktiv“ – von nichts – kommt nichts! Wir werden noch viele Artikel schreiben, wie das Vermögen erreicht werden kann, um sich alles, was man will finanziell zu erfüllen und wir werden auch beschrieben, wie man das Ganze aufbaut und dort hinkommt. Alles halb so wild und nicht so kompliziert, wie man denkt. Ziel von diesem Artikel ist es zum Nachdenken anzuregen – wie ist unsere jetzige Situation? Was wollen wir in 10 – 20 – 30 oder 40 Jahren machen? Warum machen wir das jetzt noch nicht? Was sind unsere persönlichen Ziele und wie weit sind wir von unserer Wunschvorstellung entfernt? Die Analyse der Ist-Situation und der Abgleich mit der Soll-Situation.

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